Ein guter Wein kann erst so richtig genossen werden, wenn einige Grundregeln beachtet sind.

Sind Sie sich nicht sicher, wo Sie den richtigen Wein einkaufen, worauf Sie bei der Auswahl und Lagerung des Weines achten sollten, oder wie man Wein am geschmackvollsten serviert?

Damit der Weingenuss mit Freunden und Bekannten ein echtes Highlight wird, finden Sie hier einige praktische Tipps zum Umgang mit dem "guten Tropfen".

Wein einkaufen

Sie brauchen Hilfe im Weinregal-Dschungel Ihres Marktes?

Wir helfen Ihnen gerne. Machen Sie sich zuallererst klar, was Sie eigentlich genau vorhaben, und welchen Wein Sie wollen:

  • Suche ich eine bestimmte Geschmacksrichtung?
  • Erste Hinweise finden Sie auf den Rückenetiketten der Flaschen.
  • Welche Traubensorten kommen in Frage?
  • Will ich es wagen, einfach etwas auszuprobieren?
  • Zu welchem Anlass benötige ich den Wein?
  • Wie teuer darf der Wein sein?

Immer eine gute Idee: Rechtzeitig vor dem Anlass ein „Probierpaket“ mit verschiedenen Weinen zum Testen schnüren, zu Hause in Ruhe genießen und später dann den oder die „Auserwählten“ in den benötigten Mengen kaufen.

Die Lektüre einschlägiger Weinführer hilft natürlich auch, sich in der Welt der Weine zurecht zu finden. Diese Ratgeber helfen übrigens ebenfalls einen Ausflug in die Weinregion zu planen und durchzuführen.

Entkorken und dekantieren

Am Korken sind schon viele genussversprechende Weine gescheitert. Denn die Tücke sitzt im Detail.

Die sicherste und einfachste Methode, den Korken aus dem Flaschenhals zu bringen, ist immer noch der gute alte Korkenzieher. Der Korkenzeiher muss die Gestalt einer offenen Spirale haben, deren innere Windung groß genug ist, um ein Streichholz hindurchzuführen. Auch sollte der Korkenzieher eine scharfe Spitze haben, die dem Lauf der Spirale folgt und nicht zentriert ist. Gelangen doch mal Korkenbrösel in den Wein, gießen Sie den Wein durch ein feines Sieb in die Dekantierkaraffe.

Ob Weine aus Gründen einer besseren Lutzufuhr dekantiert werden sollten oder nicht, ist immer noch bei Fachleuten umstritten. Junge, besonders tanninreiche Rotweine werden dekantiert, damit der Wein durchatmen kann und sich etwaige unangenehme Nebentöne verflüchtigen. Reifere und alte Weine – rot wie weiß – geben in der Regel erst nach dem Aufenthalt in der Dekantiegefäß ihre ganzen Duftaromen preis - und zwar wesentlich konzentrierter als aus der Flasche. Wie lange welcher Weine stehen sollte, ist nicht eindeutig zu beantworten. Am besten man verkostet den Wein nach dem Dekantieren mehrfach, um die Entwicklung zu „beobachten“.

Eine angebrochene Flasche sollte innerhalb der nächsten drei Tage augetrunken werden. Angebrochene Flaschen sollten nicht einfach offen herumstehen, da sich das Aroma verflüchtigt bzw. Fremdgerüche den Wein unangenehm verändern können. Für den Fall, dass der Originalkorken nicht mehr verwendet werden kann, gibt es eine ganze Reihe anderer Verschlussalternativen. Diese eignen sich aber nicht zur langfristigen Lagerung des Weines.

Lagerung

Einfache Weine, deren Schwerpunkt auf einer geschmacklichen Frische liegt, überstehen problemlos mehrere Tage und Wochen im Kühlschrank oder in relativ warmen Kellern. Gute Alltagsweine (Preisklasse 5- 7 EURO) halten sogar bis zu einem Jahr durch.

In den höheren Preisklassen gilt das Gegenteil: Je besser der Wein, desto mehr lohnt sich eine lange Lagerung , um ihn zu seiner ganze Reife kommen zu lassen. Allerdings müssen sie dafür fachgerecht liegen.

Für eine gute Lagerung sind gut belüftete Keller mit einer Luftfeuchtigkeit von ca. 70 – 90 % vorteilhaft. Sie sollen eine konstante Temperatur zwischen 10 und 16 Grad haben.
 
Es gilt: Je wärmer die Lagerstätte, desto schneller verliert der Wein an Frische. Also immer kühl lagern.
Und er sollte immer dunkel gelagert  werden. Licht kann zu unliebsamen frühen Alterungserscheinungen führen. Wichtig: Die Flaschen müssen liegend aufbewahrt werden, damit die Flüssigkeit den Korken benetzt und feucht hält. So bleibt der Flaschenmund verschlossen und das Eindringen von Luft, die den Wein zur schädlichen Oxydation bringen könnte, wird verhindert.

Für die Wohnung bieten sich auch sog. Weinklimaschränke an, die die Temperatur konstant halten. Darin finden mehrere Kisten Wein Platz und sie sind im Fachhandel erhältlich.

Die Weinprobe

Sie macht Spaß, sie ist leichter zu haben, als man meint, und bei ihr lernt man etwas: bei der Weinprobe zu Hause. Mit Freunden oder einfach mal so zu zweit. Was man dazu braucht oder wissen müsste?  Weniger, als man denkt ...

Mit allen Sinnen genießen

Zunächst gilt es, Klarheit und Farbe des Weins zu betrachten. Beide geben Aufschluss über den Zustand und die Reife des Weins. Je reifer beispielsweise ein Weißwein ist, umso goldener schimmert er, bis hin zum dunklen Bernstein.

Doch nicht nur das Auge wird durch das Schwenken auf den Genuss vorbereitet. Auch der Wein entfaltet an der Luft sein Aroma, sein Bukett. Diesen Duft einzufangen erfordert eine gewisse Übung. Schließlich sind die meisten Menschen nicht sehr geschult darin, ihre Geruchsempfin-dungen in Worte zu fassen. Was dabei hilft, ist der Vergleich mit vertrauten Düften. Erinnert der Wein an Früchte wie Äpfel, Beeren oder Pfirsiche? Hat er einen Hauch von Frühlingsblumen oder frischen, grünen Feldern? Duftet er leicht nach Holz oder etwa wie Vanille? Das Wein-Aromarad hilft Ihnen dabei, Ihre Sinneseindrücke beim Riechen und Schmecken treffend in Worte zu fassen.

Gut kaufen, gut lüften, gut sortieren

Der Geschmack eines Weines entfaltet sich an unterschiedlichen Stellen im Mund. Was dem Wein und auch den Geschmacksknospen hilft, ist zunächst einmal Luft. Das erklärt, warum manche Weingenießer den Wein schlurfen oder ein wenig Luft durch den Wein nachziehen und den Wein über die Zunge rollen lassen. Denn nur so lassen sich alle Geschmacks- und Aromanuancen wahrnehmen.
Damit der Geschmackssinn während einer ausgiebigen Weinprobe nicht überfordert wird, empfiehlt es sich, langsam zu steigern: leicht vor schwer, trocken vor lieblich, jung vor alt. Natürlich können Sie auch nur weiße oder nur rote, nur trockene oder nur reifere Weine probieren - erlaubt ist, was gefällt und schmeckt.

Welche Weine Sie für eine Probe zusammenstellen, liegt ganz bei Ihnen. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Auswahl aus einem Anbaugebiet? Der Reiz dieser Probe ist es, einen charakteristischen, gebietstypischen Geschmack zu entdecken.
Oder Sie nehmen vergleichbare Weine einer Rebsorte, zum Beispiel Riesling, aus verschiedenen Anbaugebieten: Bei gleichem Jahrgang und gleicher Qualitätsstufe (wie Kabinett oder Spätlese) werden Sie erstaunliche Unterschiede erschmecken können. Weitere Ideen für eine Weinprobe: Qualitätsstufen-Weinprobe, Jahrgangs-Weinprobe oder auch eine Überraschungs-Weinprobe, bei der Ihre Gäste ihre Favoriten selbst mitbringen.

Die richtige Temperatur der Weine

Für eine Weinprobe ist nicht viel vorzubereiten. Sie brauchen natürlich die Weine und sollten für die richtige Temperatur sorgen: Weißwein im Kühlschrank auf 7 bis 8 Grad Celsius kühlen, Rotwein am besten bei etwa 18 Grad Celsius anbieten. Wer es genau nimmt, kann sich an folgende Empfehlungen halten:

Junge, leichte Weißweine z.B. Riesling Kabinett 9 - 11° C
Reife, kräftige Weißweine, z.B. Weißburgunder Spätlese 11 - 13° C
Roséweine, Weißherbst 9 - 13° C
Jugendliche, leichte Rotweine,  z.B. Portugieser oder Trollinger 14 - 16° C
Reife, gehaltvolle Rotweine, z.B. Spätburgunder Spätlese 16 - 18° C
Gehaltvolle und sehr gerbstoffbetonte Rotweine, z.B. Barrique 18 - 20° C

Weinglas ist nicht gleich Weinglas

Zum Thema Glas gibt es eigentlich nur zwei Punkte zu beachten. Erstens sollte das Glas zur vollen Entfaltung des Buketts einen tulpenförmigen Kelch haben. Und damit man zweitens die Farbe ohne Fingerabdrücke beurteilen kann, sollte das Glas klar sein und einen Stiel haben, an dem man es anfassen kann.

Zur Weinprobe selbst werden Brötchen oder Brot und ein Schluck frisches Wasser gereicht. Ein Bissen zwischen den probierten Weinen neutralisiert den Geschmack. Hinterher darf dann ein herzhafter Imbiss folgen, zu dem man die zuvor verkosteten Weine genießt.

Auf ins Vergnügen

Eine Weinflasche zu öffnen ist eine Vorfreude, die man bei einer Weinprobe gleich mehrfach genießen kann. Apropos Anzahl: Eine kleine Weinprobe kann man bereits mit 4 - 5 Sorten beginnen, bei etwa 12 - 14 Weinen nimmt die Unterscheidungsfähigkeit der Geschmacksknospen manchmal ab.

Das Entkorken sollte so behutsam wie möglich geschehen. Am besten nehmen Sie dazu einen Korkenzieher mit großen Windungen. Er erfasst den Korken, ohne dass Korkenkrümel in den Wein geraten. Denn vor allem bei älteren Weinen kommt es vor, dass der Korken brüchig geworden ist. Weißweine sollten kurz vor dem Servieren geöffnet werden. Gehaltvolle Rotweine sollte man wesentlich früher öffnen. Um Duft und Aroma des Weines intensiv wahrzunehmen, sollten die Weingläser nur zur Hälfte gefüllt werden.